Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland begrüßt die Fertigstellung der sanierten Raumschießanlage in Merzig. Die moderne Infrastruktur sei ein wichtiger Fortschritt für die Schießaus- und -fortbildung der saarländischen Polizei. Gleichzeitig dürfe die Fertigstellung nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht.
„Die neue Anlage in Merzig ist gegenüber der bisherigen Situation ein deutlicher Fortschritt. Gleichzeitig müssen wir ehrlich benennen, dass damit noch nicht alle Anforderungen an eine moderne Schießaus- und -fortbildung erfüllt sind“, erklärt Markus Sehn, Landesvorsitzender der DPolG Saarland.
Aus Sicht der DPolG bestehen insbesondere beim Raumangebot und bei einzelnen technischen Voraussetzungen Verbesserungsmöglichkeiten. Gerade für theoretische Ausbildungsinhalte sowie die Arbeit der Einsatztrainerinnen und -trainer seien die räumlichen Möglichkeiten begrenzt. Auch die technische Ausstattung müsse den Anspruch an ein modernes und realitätsnahes Training erfüllen.
„Wenn wir unsere Kolleginnen und Kollegen realitätsnah auf Einsatzsituationen vorbereiten wollen, müssen auch die technischen Möglichkeiten einer Raumschießanlage diesem Anspruch gerecht werden. Ebenso wichtig ist es, die Erfahrungen der Schieß- und Einsatztrainer künftig stärker in Planung und Weiterentwicklung einzubeziehen“, so Sehn.
Mit Blick auf die anstehende Sanierung der Raumschießanlage in Saarbrücken müssten die Erfahrungen aus Merzig genutzt und erkannte Schwachstellen vermieden werden.
Weiterer Standort bleibt notwendig
Für die DPolG ist darüber hinaus eine zusätzliche Raumschießanlage am Standort Göttelborn ein entscheidender Baustein für eine zukunftssichere Schießaus- und -fortbildung. Sie würde nicht nur die notwendige Redundanz bei Sanierungen, Wartungen oder Ausfällen schaffen, sondern vor allem zusätzliche Kapazitäten für eine dringend notwendige Ausweitung der Fortbildung ermöglichen.
„Die Steigerung der Erhaltungsschießen im vergangenen Jahr war wichtig. Wenn wir aber von rund 45 Minuten Schießtraining mit der Pistole im Jahr sprechen, wird deutlich, dass wir noch nicht am Ziel sind. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen regelmäßig und mit allen Waffensystemen trainieren können. Wiederholung schafft Sicherheit – dafür braucht es ausreichende Kapazitäten“, betont Sehn.
Die DPolG Saarland sieht die Fertigstellung in Merzig daher als wichtigen Fortschritt, aber nicht als Endpunkt. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Anlagen müsse mit einer zusätzlichen Anlage in Göttelborn die Grundlage für eine dauerhaft hochwertige und zukunftssichere Schießaus- und -fortbildung geschaffen werden.
DPolG Saarland fordert Doppelstreifen zum Schutz kommunaler Beschäftigter
Saarbrücken, 22. Oktober 2026 – Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland begrüßt die Einführung von Doppelstreifen im kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Neunkirchen. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft, auch die Einsatzkonzepte anderer Kommunen auf den Prüfstand zu stellen. Insbesondere bei der Landeshauptstadt Saarbrücken sieht die DPolG Handlungsbedarf.
„Wer im öffentlichen Raum für Ordnung sorgt, Regeln durchsetzt und Verstöße ahndet, darf mit den damit verbundenen Risiken nicht allein gelassen werden. Eigensicherung muss oberste Priorität haben – und Eigensicherung beginnt mit Doppelstreifen“, erklärt Markus Sehn, Landesvorsitzender der DPolG Saarland.
Beschäftigte kommunaler Ordnungsdienste und der Verkehrsüberwachung sind regelmäßig mit Unverständnis, Aggressionen und persönlichen Anfeindungen konfrontiert. Aus einer vermeintlich alltäglichen Kontrolle kann schnell eine bedrohliche Situation entstehen. Die gemeinsame Durchführung von Streifengängen und Kontrollen durch zwei Beschäftigte ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Eigensicherung. Eine zweite Kraft kann Gefahrensituationen frühzeitig erkennen, Unterstützung leisten, Hilfe organisieren und im Ernstfall deeskalierend eingreifen.
Wie real diese Gefahr ist, zeigt auch ein Vorfall in Neunkirchen: Im März dieses Jahres wurde ein Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes während seiner Tätigkeit angegriffen und verletzt. „Der Angriff in Neunkirchen hat deutlich gemacht, wie schnell aus einer alltäglichen Kontrolle eine gefährliche Situation werden kann. Doppelstreifen sind deshalb kein Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil einer verantwortungsvollen Eigensicherung“, so Sehn.
Auch für die Rechtssicherheit ist die Doppelbesetzung von Bedeutung. Kommt es zu einem Übergriff, einer Bedrohung oder einer Auseinandersetzung, können zwei anwesende Beschäftigte den Sachverhalt unabhängig voneinander schildern. Dies kann die Aufklärung erleichtern und die Beweissituation für mögliche Ermittlungs- und Gerichtsverfahren verbessern.
Dass die Stadt Neunkirchen nun auf Doppelstreifen setzt, sei deshalb ein richtiger und begrüßenswerter Schritt. Aus Sicht der DPolG muss dies auch für andere Kommunen gelten. Insbesondere die Landeshauptstadt Saarbrücken sei gefordert, die Einführung standardisierter Doppelstreifen auch in der Verkehrsüberwachung ernsthaft zu prüfen und die Beschäftigten in die Bewertung der Gefährdungslage einzubeziehen.
„Der Schutz der Beschäftigten darf nicht davon abhängen, bei welcher Kommune sie beschäftigt sind oder ob ihre Tätigkeit auf den ersten Blick als besonders gefährlich gilt. Wer für Sicherheit und Ordnung sorgt, verdient selbst Schutz und Rückhalt“, betont Sehn.
Aus Sicht der DPolG Saarland braucht es neben geeigneten Einsatzkonzepten auch einheitliche Sicherheitsstandards bei der Ausstattung. Führungs- und Einsatzmittel wie Schutzwesten, geeignete Schutzhandschuhe oder Reizstoffsprühgeräte sollten den Beschäftigten kommunaler Ordnungs- und Vollzugsdienste nach einheitlichen Standards zur Verfügung stehen. „Wer vergleichbare Aufgaben wahrnimmt, muss auch vergleichbar geschützt werden. Sicherheit darf keine Frage der jeweiligen Kommune sein“, so Sehn abschließend.