Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland begrüßt die aktuellen Fortschritte beim Schießtraining der saarländischen Polizei. Nach den Jahren 2024 und 2025, in denen nur ein vergleichsweise geringer Teil der Kolleginnen und Kollegen das notwendige Erhaltungsschießen absolvieren konnte, ist es ein wichtiges Signal, dass 2026 bereits 96 Prozent der Beamtinnen und Beamten des Wach- und Streifendienstes trainiert haben.
„Es war längst überfällig, dass Einsatztraining und Erhaltungsschießen wieder stärker in den Fokus rücken. Dass nun nahezu der gesamte Wach- und Streifendienst trainieren konnte, ist ein positives Signal und zeigt, dass der Ernst der Lage erkannt wurde“, erklärt Markus Sehn, Landesvorsitzender der DPolG Saarland.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Diese Zahlen wurden nur mit erheblichem zusätzlichem Aufwand erreicht. Viele Trainings fanden außerhalb regulärer Dienstzeiten, teils abends oder an eigentlich freien Tagen statt. Kolleginnen und Kollegen leisteten Überstunden oder kamen für kurze Trainingseinheiten eigens in den Dienst.
„Die hohe Motivation der Kolleginnen und Kollegen verdient Respekt. Gleichzeitig darf dieses System des dauerhaften Improvisierens nicht zum Standard werden. Einsatztraining und Erhaltungsschießen müssen fest in den Dienstalltag integriert werden und dürfen nicht dauerhaft zulasten von Freizeit und Erholung stattfinden“, betont Sehn weiter.
Die DPolG Saarland weist darauf hin, dass die erreichten Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass andere Bundesländer deutlich höhere Mindeststandards vorsehen. Während im Saarland bereits das einmalige jährliche Schießen als Erfolg gewertet wird, sind andernorts zwei, drei oder sogar vier verpflichtende Trainings pro Jahr – mit Dienstpistole und Maschinenpistole – Standard.
Hinzu kommt: Die kurzfristige Steigerung der Trainingszahlen hat andere wichtige Vorhaben innerhalb der Polizei gebunden. So konnte etwa die geplante Umrüstung auf die neue Dienstpistole bislang nur in Teilen gesetzt werden, da auch hier Kapazitäten auf Schießbahnen benötigt werden. Die DPolG Saarland fordert daher eine nachhaltige Neuausrichtung der Schießaus- und Fortbildung – mit ausreichend qualifiziertem Trainingspersonal, zusätzlichen räumlichen Kapazitäten, etwa einer weiteren Trainingsanlage in Göttelborn, sowie modernen Technologien wie VR-gestützten Trainingssystemen.
„Wer von der Polizei erwartet, in hochdynamischen Einsatzlagen professionell und sicher zu handeln, muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Gute Schieß- und Einsatztrainings sind keine freiwillige Zusatzleistung, sondern elementarer Bestandteil moderner Polizeiarbeit“, fasst Markus Sehn zusammen.