Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland begrüßt die Ankündigung der saarländischen Landesregierung, noch vor der Sommerpause eine gesetzliche Grundlage für die Beteiligung von Fußballvereinen an den Polizeikosten von Hochrisikospielen auf den Weg bringen zu wollen. Damit greift die Landesregierung eine Forderung auf, die die DPolG Saarland seit Jahren erhebt und zuletzt mit Nachdruck angesichts der erheblichen Belastungen für Polizei und Steuerzahler erneuert hatte.
„Es ist gut, dass endlich Bewegung in die Sache kommt. Die DPolG Saarland hat sich seit langem dafür eingesetzt, dass die Veranstalter von Hochrisikospielen angemessen an den entstehenden Mehrkosten beteiligt werden. Dass diese Forderung nun aufgegriffen wird, begrüßen wir ausdrücklich“, erklärt der Landesvorsitzende der DPolG Saarland, Markus Sehn.
Grundlage für die geplante Regelung ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 14. Januar 2025, das Gebührenregelungen nach dem Bremer Modell ausdrücklich für zulässig erklärt hatte.
„Spätestens seit dem Urteil aus Karlsruhe war klar, dass es nicht mehr an rechtlichen Möglichkeiten fehlt. Umso erfreulicher ist es, dass das Saarland nun angekündigt hat, notfalls auch ohne eine bundesweite Einigung eigene Regelungen zu schaffen. Genau dieses Signal haben wir erwartet“, so Sehn.
Die von Innenminister Reinhold Jost vorgestellten Zahlen verdeutlichen nach Auffassung der DPolG eindrucksvoll die Dimension des Problems. In den vergangenen beiden Spielzeiten leistete die saarländische Polizei bei mehr als 70 Fußballspielen rund 100.000 Einsatzstunden. Seit März 2023 musste das Saarland darüber hinaus rund 1,32 Millionen Euro für Unterstützungskräfte anderer Bundesländer sowie der Bundespolizei aufbringen.
Besonders deutlich werde die Belastung bei Hochrisikospielen des 1. FC Saarbrücken. Während bei den 17 Ligaspielen der SV Elversberg in der vergangenen Zweitligasaison durchschnittlich 80 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte eingesetzt wurden, waren es bei den sieben Hochrisikospielen des FCS in der Saison 2025/2026 durchschnittlich 551 Einsatzkräfte pro Spiel.
„Diese Zahlen zeigen, dass es nicht um den Fußball insgesamt geht und schon gar nicht um friedliche Fans. Es geht um wenige Spiele mit außergewöhnlichen Sicherheitsanforderungen, die einen enormen personellen und finanziellen Aufwand verursachen. Wer von diesen Veranstaltungen wirtschaftlich profitiert, sollte sich auch an den dadurch entstehenden Zusatzkosten beteiligen“, erklärt Sehn.
Die DPolG Saarland begrüßt ausdrücklich die angekündigte Fortführung deeskalierender Einsatzkonzepte sowie die Zusammenarbeit mit Vereinen, Fanprojekten und Kommunen. Prävention und Dialog seien wichtige Bausteine moderner Polizeiarbeit. Sie könnten jedoch die Diskussion um eine gerechte Finanzierung nicht ersetzen.
„Die Kolleginnen und Kollegen werden auch künftig für die Sicherheit bei Fußballspielen sorgen. Die entscheidende Frage lautet aber, wer die außergewöhnlichen Mehrkosten tragen soll. Aus unserer Sicht kann die Antwort nicht dauerhaft ausschließlich der Steuerzahler sein.“
Die DPolG Saarland erwartet nun, dass die angekündigte gesetzliche Regelung zügig umgesetzt wird und nicht in langwierigen Abstimmungsprozessen versandet.
„Wir haben die Diskussion viele Jahre geführt. Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch, die Rechtslage ist geklärt und die Landesregierung hat ihren politischen Willen bekundet. Nun müssen den Worten Taten folgen“, so Sehn abschließend.