11. Februar 2026

Pressemitteilung 4/26

Der Rechtsstaat steht in der Pflicht: Prozessbeginn im Mordfall an Polizeibeamten Simon Bohr

Am heutigen Mittwoch, den 11. Februar 2026, beginnt die Gerichtsverhandlung im Mordfall an dem Polizeibeamten Simon Bohr. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland er-wartet, dass dieses Verfahren mit der notwendigen Konsequenz und der gebotenen Sensibili-tät geführt wird und am Ende Gerechtigkeit für Simon Bohr sowie seine Angehörigen steht.

Der Mord an Simon Bohr ist ein erschütterndes Verbrechen, das weit über einen tragischen Einzelfall hinausgeht. Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ist längst kein Ausnahmephänomen mehr, sondern vielfach bittere Realität im täglichen Dienst. Die zunehmende Verrohung der Gesellschaft stellt die Polizei vor enorme Herausforderungen und bringt Einsatzkräfte immer wieder in akute Lebensgefahr.

Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte stehen Tag für Tag für den Schutz unserer Gesellschaft, für Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein. Sie verdienen dafür Respekt, Rückhalt und einen starken Rechtsstaat, der Gewalt gegen Einsatzkräfte konsequent verfolgt und unmissverständlich sanktioniert. Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, greift den Staat selbst an.

Im Interesse der Angehörigen, der Kolleginnen und Kollegen sowie aller Betroffenen ist es aus Sicht der DPolG Saarland zwingend erforderlich, dass das Verfahren zügig, konzentriert und ohne unnötige Verzögerungen geführt wird. Ein langwieriger Prozess bedeutet eine zusätzliche psychische Belastung für alle Beteiligten. Ein fairer, aber zügiger Abschluss des Verfahrens ist daher ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Rechtsstaatlichkeit.

Neben einer konsequenten strafrechtlichen Aufarbeitung fordert die DPolG Saarland ausdrücklich auch eine umfassende Aufarbeitung der Geschehnisse innerhalb der Polizei. Dazu gehören insbesondere eine kritische Überprüfung der Einsatzbedingungen, der vorhandenen Ausstattung sowie der personellen und taktischen Rahmenbedingungen. Ebenso notwendig ist eine Evaluation der psychosozialen Betreuung und Nachsorge der Kolleginnen und Kollegen, die im Dienst extremen Belastungen und traumatischen Erlebnissen ausgesetzt sind.

Die DPolG Saarland fordert ein klares Zeichen von Justiz und Politik: Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte muss mit der gebotenen Härte verfolgt werden. Gleichzeitig braucht die Polizei eine dauerhafte Stärkung – personell, materiell und rechtlich –, damit sie ihren Auftrag auch künftig sicher und verantwortungsvoll erfüllen kann.

Unsere Gedanken sind bei der Familie, den Freunden sowie den Kolleginnen und Kollegen von Simon Bohr. Ihr Leid darf nicht folgenlos bleiben. Dieses Verfahren muss deutlich machen, dass der Rechtsstaat seine Schutzkräfte nicht im Stich lässt.