Pressemitteilung 15/26
Belastung durch Hochrisikospiele nimmt weiter zu – Politik darf Polizei nicht dauerhaft an die Belastungsgrenze bringen
Die Deutsche Polizeigewerkschaft Saarland sieht sich durch die aktuellen Zahlen zu den Kosten externer Polizeikräfte bei Hochrisikospielen in ihrer langjährigen Kritik bestätigt. Dass das Saarland seit 2023 mehr als 1,2 Millionen Euro für Unterstützungskräfte anderer Bundes-länder und der Bundespolizei aufbringen musste, verdeutlicht aus Sicht der DPolG die mas-sive Belastung der Polizei bei Fußballgroßlagen.
„Die Kolleginnen und Kollegen gewährleisten Woche für Woche mit hohem persönlichen Einsatz die Sicherheit zehntausender Menschen. Aber diese Einsätze binden enorme Kräfte und stoßen personell wie organisatorisch längst an Grenzen“, erklärt Markus Sehn, Landesvorsitzender der DPolG Saarland.
Bereits seit Jahren weist die Gewerkschaft darauf hin, dass Hochrisikospiele regelmäßig große Teile der verfügbaren Einsatzkräfte absorbieren. Gerade kleinere Bundesländer wie das Saarland seien dabei zunehmend auf Unterstützung anderer Länder und der Bundespolizei angewiesen.
Die Folgen seien auch im normalen Polizeialltag spürbar. „Wenn hunderte Einsatzkräfte an Wochenenden in Fußballlagen gebunden werden, fehlen diese Kräfte zwangsläufig an anderer Stelle – bei Präsenzstreifen, Verkehrssicherheitsarbeit, Kontrollen oder Präventionsmaßnahmen“, so Sehn.
Die DPolG erinnert in diesem Zusammenhang erneut an ihre Forderung nach strukturellen Personalreserven und einer realistischen Personalbemessung. Sicherheit könne nicht dauerhaft „auf Kante genäht“ organisiert werden.
Zugleich kritisiert die Gewerkschaft, dass die öffentliche Debatte häufig fast ausschließlich über Kosten geführt werde, während die Belastung der Einsatzkräfte selbst kaum Beachtung finde. Lange Einsatzzeiten, aggressive Stimmungslagen, Gewalt gegen Polizeibeamte und erhebliche Einschränkungen im privaten Bereich gehörten für viele Kolleginnen und Kollegen mittlerweile zum regelmäßigen Alltag.
Die DPolG Saarland fordert deshalb:
- eine ehrliche politische Debatte über die Folgen von Hochrisikospielen für die innere Sicherheit,
- eine Beteiligung der Veranstalter an Sicherheits- und Folgekosten,
- moderne Einsatzkonzepte und bessere technische Ausstattung sowie
- eine nachhaltige personelle Stärkung der saarländischen Polizei.
Die Gewerkschaft betont ausdrücklich, dass sich die Kritik nicht gegen friedliche Fußballfans oder den Fußballsport insgesamt richte. „Die große Mehrheit der Fans verhält sich friedlich und sorgt für tolle Atmosphäre. Der Aufstieg der SV Elversberg in die 1. Bundesliga macht uns, wie vermutlich jeden im Saarland stolz. Das Problem sind gewaltbereite Gruppierungen und Risikoszenen, die regelmäßig massive Polizeikräfte erforderlich machen.“
Abschließend bedankt sich die DPolG bei allen eingesetzten Kräften aus dem Saarland, den unterstützenden Bundesländern und der Bundespolizei. „Ohne diese Unterstützung wären viele Einsatzlagen personell kaum noch zu bewältigen. Unsere Kolleginnen und Kollegen verdienen Respekt, Rückhalt und endlich politische Lösungen statt immer neuer Belastungen.“