Pressemitteilung 36/25
Silvester 2025: „Mensch in Uniform“ – Respekt ist keine Verhandlungssache
Kurz vor Silvester 2025 macht die Deutschen Polizeigewerkschaft Saarland (DPolG) im Rahmen der bundesweiten Initiative „Mensch in Uniform“ erneut auf die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte aufmerksam. Der Jahreswechsel steht dabei exemplarisch für Situationen, in denen Polizeibeamtinnen und -beamte, Feuerwehr und Rettungsdienste besonderen Risiken ausgesetzt sind, während sie für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen.
Bereits im Januar 2025 hatte die DPolG Saarland deutlich gemacht, dass Gewalt, Behinderungen von Einsätzen und Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften nicht zur Normalität werden dürfen. Diese Einschätzung hat sich leider bestätigt – auch bundesweit zeigen die aktuellen Zahlen weiterhin eine besorgniserregende Entwicklung.
Der Landesvorsitzende der DPolG Saarland, Markus Sehn, erklärt dazu:
„Die Initiative ‚Mensch in Uniform‘ bringt auf den Punkt, worum es geht: Hinter jeder Uniform steht ein Mensch. Kolleginnen und Kollegen leisten ihren Dienst für die Gesellschaft – gerade in der Silvesternacht unter schwierigen und teils gefährlichen Bedingungen. Verantwortungsvolles Feiern schließt Respekt gegenüber Einsatzkräften zwingend mit ein.“
Die DPolG Saarland stellt klar, dass ausgelassenes Feiern und friedlicher Jahreswechsel selbstverständlich möglich sind – jedoch nur dort, wo Grenzen eingehalten und Einsatzkräfte nicht behindert oder angegriffen werden.
Zugleich begrüßt die DPolG Saarland ausdrücklich die Initiative des Bundesinnenministers zur Verschärfung der Strafrahmen bei Widerstandsdelikten sowie zur Beschleunigung entsprechender Strafverfahren. Markus Sehn betont jedoch:
„Strafverschärfungen sind ein wichtiges Signal – sie dürfen aber nicht auf dem Papier stehen bleiben. Entscheidend ist, dass diese auch in den Gerichtsverfahren konsequent angewendet werden. Nur dann entsteht die notwendige abschreckende Wirkung und das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen in den Rechtsstaat.“
Aus Sicht der DPolG Saarland ist klar: Wer Einsatzkräfte angreift oder behindert, greift den Rechtsstaat an. Der Schutz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten muss daher dauerhaft politisch, rechtlich und gesellschaftlich verankert werden.
Hintergrundinfo:
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat das Bundeslagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte“ für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine anhaltend hohe Belastungslage für Einsatzkräfte im gesamten Bundesgebiet:
Gesamtzahlen Gewalt 2024
Insgesamt wurden 46.367 Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamte im Jahr 2024 registriert. Das bedeutet einen leichten Anstieg (+0,3 %) gegenüber dem Vorjahr. Presseportal
In diesem Zusammenhang wurden 106.875 Polizistinnen und Polizisten als Opfer einer gegen sie gerichteten Gewalttat erfasst – 1.167 mehr als 2023. Presseportal
Das entspricht über 120 Angriffen und rund 300 Opfer täglich.
Art der Gewalttaten
Rund 87 % dieser Gewalttaten betrafen Widerstandshandlungen oder tätliche Angriffe gegen Einsatzkräfte. RSW
Zu den erfassten Delikten zählen neben tätlichen Angriffen auch Bedrohung, Nötigung und vorsätzliche einfache Körperverletzung im dienstlichen Kontext. Presseportal
Entwicklung über Jahre
Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl betroffener Polizeibeamtinnen und -beamter um +67,2 % gestiegen, was die langfristige Zunahme von Gewalt gegen Einsatzkräfte verdeutlicht. Presseportal
Zusätzliche Erkenntnisse aus dem Lagebild
Die Mehrzahl der Tatverdächtigen war männlich (über 83 %). RSW
Fast jeder zweite Tatverdächtige stand unter Alkoholeinfluss
Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 34,9 %
Saarlandvergleich
Das Saarland hat in der PKS-Veröffentlichung lediglich Fälle des Widerstands und Angriffs auf PVB ausgewiesen. Im Jahr 2024 wurden 464 Fälle erfasst
Eine Auswertung der entsprechenden Zahlen des Bundes ergibt für dieselbe Deliktsgruppe 39.279 Straftaten.